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Autor: Markus

Ziellinie

Ziellinie

Nach 20.142km in 53 Tagen und 10 Stunden erreichten wir mit qualmenden Reifen die Ziellinie. In Russland darf immer am ersten Samstag im Monat kein Alkohol verkauft werden, glücklicherweise fanden wir noch ein Hotel wo wir uns an der Bar in der Lobby eindeckten konnten.

Ein paar Asiaten machen mal wieder ein Shooting mit unserem Auto.

Dann wurde aktiv gefeiert die ganze Nacht :).

In der Bar Celentano… Natürlich kennt keiner Adriano bis auf die Italiener und meine Wenigkeit.

Definitiv mein Hero der Rally. Max aus Frankreich hat die Rally erfolgreich auf seiner Vespa beendet. Seit Turkmenistan liefen, beziehungsweise fuhren, wir uns immer wieder über den Weg.

Mongolia – Tag 7 – Ulaan Bataar.

Mongolia – Tag 7 – Ulaan Bataar.

Am nächsten morgen fanden wir unser Auto schön zugeparkt vor. Kein Plan was in den Leuten hier vorgeht. Sinnfrei?

Unser Auto konnten wir nach einer Stunde freikriegen, mussten uns in die Einfahrt stellen und den Weg blockieren ansonsten hätten die uns noch weiter zugeparkt. Die Italiener waren schlimmer dran, wurden von 6-7 Autos hintereinander zugeparkt.

Gegen Mittag erreichten wir den großen Markt und bummelten ein bisschen.

 

Nicht weit von unserem Auto hatte Max seine Vespa geparkt, auch vor seiner Vespa machten wir nicht halt. Insgesamt haben bestimmt 30% der Rally-Teams ungefragt einen Aufkleber von uns bekommen.

Dann besuchten wir noch Congji und seine Kollegin von unserer ausgewählten Hilfsorganisation TFCF Mongolia. Wir bekamen eine kleine Führung durch das neue Büro und sogar ein kleines Geschenk :). 

Durch unsere Sammelspende von ca. 4600$ an das TFCF Mongolia Dream Home Ger Projekt konnten wir hilfsbedürftigen Familien ein neues Zuhause geben. Die ersten sind bereits eingezogen.

Wir machten einen kurzen Ölcheck vor dem Rathaus und dann fuhren wir los Richtung Ulan-Ude (Russland) zur Ziellinie.

Um Mitternacht erreichten wir die Grenze, waren um zwei Uhr morgens durch. Der eigentlich Plan war irgendwo einen Schlafplatz, direkt hinter der Grenze zu finden, leider ohne Erfolg. Also beschlossen wir die letzten drei kleinen Stunden auch noch durchzufahren bis Ulan-Ude. 

 

Mongolei – Tag 6 – Richtung Ulaan Bataar

Mongolei – Tag 6 – Richtung Ulaan Bataar

Sind morgens früh los, wie immer – bei sommerlichen Temperaturen.

Die Straße nach Ulaan Bataar war nicht wirklich so gut wie erhofft. Natürlich hatten wir innerhalb von 30 Minuten den nächsten Platten (wahrscheinlich an exakt derselben Stelle wie letzte Nacht….)

Gegen nachmittag passierten wir ein paar Gers wo man auf Kamelen reiten konnte. Seth und Grayson waren sofort Feuer und Flamme. 

Zuerst gab es noch Tee und ein paar Snacks im Ger.

Dann ging es ab auf die Kamele und los in die Dünen.

Ulaan Bataar, die Hauptstadt der Mongolei, hier leben fast 1,5 Millionen Menschen, die Hälfte der Einwohner des Landes.

Bevor wir ein Hostel suchten, fuhren wir erst noch um die Stadt herum um Dschinghis Khan zu besuchen. Das 40 Meter hohe Monument wurde vor 10 Jahren errichtet und besteht aus 250 Tonnen Edelstahl. Wie immer parkten wir Stoßstange an Stoßstange.

Von oben schaut unser Auto ganz winzig aus.

Auf dem Rückweg in die Stadt hatten wir natürlich….. einen Platten. Badum’tss…

In Ulaan Bataar geht nichts, der Verkehr ist der Horror. 24/7 Stau. Mit Abstand die schlimmste Stadt der ganzen Rally.

In dem Hostel wo die anderen Teams übernachteten war kein Platz mehr frei, uns wurde ein Hostel um die Ecke empfohlen, Sara’s Hostel. Boah war das schlimm. Wir kamen an, man sagte uns, es ist noch Platz und wir warteten auf den Check-In, eine Stunde später zahlten wir und bekamen die Schlüssel, ohne jegliche Info welche Etage, Raum oder Bett Nummer oder was auch immer. Sara spricht natürlich kein Wort englisch. Irgendwie waren in verschiedenen Zimmern je noch ein Bett frei. Am Ende doch nicht aber wir hatten schon bezahlt. Ein netter aber aufbrausender Koreaner versuchte uns zu helfen in dem er lautstark auf Sara einredete, auf koreanisch natürlich. Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr und wollte nur noch ein Bett, irgendwo anderes aber nicht in diesem Saftladen. Letzten Endes bekamen wir doch noch drei Betten in einem Zimmer, hat nur 2,5 Stunden bis Mitternacht gedauert.

Mongolei – Tag 5

Mongolei – Tag 5

Am Morgen machten wir uns auf die Suche nach jemandem der Aluminium schweißen kann um unsere Ölwanne anständig abzudichten. Die Suche war erfolglos, man sagte uns hier im kleinen Städtchen Bayankhongor werden wir keinen finden, eher in der Hauptstadt Ulaan Bataar.

Die beiden Teams von gestern verließen uns gegen Mittag und wünschten uns viel erfolg. Also machten wir uns selber an die Arbeit und nutzen den Bürgersteig als Rampe um leichter unter das Auto zu kommen. 

Unsere Ölwanne sah sehr vertrauenserweckend aus mit den ganzen Rissen, immerhin noch in einem Stück…

In einem “Baumarkt” um die Ecke fanden wir einen Zweikomponentenkleber und machten uns ans Werk.

Als die Ölwanne mit einem komplettem Klebefilm überzogen war, parkte ein Land Cruiser neben uns, ein Mann stieg aus und schaute was wir da so treiben. Er sprach nicht so gut Englisch, machte einen Anruf und reichte das Telefon weiter an Seth. Eventuell wäre da jemand der Aluminum schweißen kann. Wenige Sekunden später saß Seth auch schon mit der Ölwanne im Land Cruiser und verschwand am Horizont.

Nach zwei Stunden tauchte Seth wieder auf, mit unserer geflickten Ölwanne. :). Der Typ im Land Cruiser hatte tatsächlich jemanden auftreiben können.

Am Ende stellte sich heraus das Mr. Land Cruiser der Besitzer des Hotels war. Wir bekamen sogar ein paar Getränke spendiert :).

Nach einem kleinen Mittagessen machten wir uns am mittlerweile späten Nachmittag auf die weg Richtung Ulaan Bataar.

In der Dämmerung machten wir noch bei einem Pferdetempel halt. Um was für Pferde es sich handelte wissen wir leider nicht. Die Atmosphäre war ziemlich cool, genau wie die Temperatur.

Ursprünglich hatten wir den Plan die Nacht durchzufahren bis Ulaan Bataar… Allerdings wurde die Straße nach ein paar Kilometern ziemlich löchrig und der nächste platte Reifen ließ nicht lange auf sich warten. Also beschlossen wir umzudrehen um in den letzten Ort zurückzufahren und dort zu übernachten.

 

Mongolei – Tag 4 – 100% Mongol Rally

Mongolei – Tag 4 – 100% Mongol Rally

In der Mongolei sind die Regale in den Einkaufsläden häufig mit der deutschen Premiummarke: Gut & Günstig gefüllt…

Heute standen 390km auf der Tagesagenda. Von einem anderen Team hatten wir bereits erfahren, dass die Strecke nicht ohne ist und 250km Schotterpiste auf uns warteten. Da mit einem langen Tag zu rechnen war, starteten wir früh, 6:30Uhr waren wir on the road.

Es gab einen Hauptweg, der eine ziemliche Wellblechpiste war und zig andere kleinere Wege die parallel durch die Walachei führten. Ganz so schlecht waren die Wege nicht, wir hatten wie immer einen flotten Fahrstil.

Nach den ersten 100km off-road machten wir einen Fotostop auf einem Hügel mit einer tollen Aussicht…

… als wir merkten – oh fuck, dass sieht nach einer undichten Stelle aus… dabei wurde die Ölwanne doch erst vor zwei Tagen geflickt.

Die Flicken waren noch gut, die Ölwanne hatte durch das unpassende Gelände zwei weitere Risse bekommen und die nächste Stadt war 160km entfernt.

Wir flickten die Ölwanne von außen so gut wie möglich mit ein paar Kleberesten, Überbleibsel vom letzten Flicken. Während der Kleber trocknete spielten wir ein bisschen im Gelände mit “Team Mayo to Mongolia” und “Team Smashed Avocado”.

So viele Wege – alle mit demselben Ziel. So weiter gehts im Zickzack, diesmal langsam fahren und aufpassen!

Wenige Minuten später….

Ok, mit so einem großen Ölverlust konnten wir natürlich nicht weiterfahren. Team Smashed Avocado, unsere Helden aus Australien, erklärten sich bereit uns kurz abzuschleppen mit ihrem Opel Meriva (1.2L) – bis in die nächste Stadt – 155km entfernt – durchs offene Gelände. Natürlich gab es Top Support durch unsere Lieblings-Iren vom Team Mayo to Mongolia, die immer wieder vorausfuhren, die Strecke auf Abschlepptauglichkeit auskundschafteten und uns die letzten Kilometer abschleppten, als der Meriva von Team Smashed Avocado anfing zu schlapp zu machen. (Hinweis: Der Teamname Mayo hat nichts mit Pommes oder Ketchup zu tun, die Gegend in Irland wo die herkommen, heißt so.) 

Auf der rechten Seite sieht man den Highway, der gerade gebaut wird aber natürlich nicht zugänglich ist und links die ganzen Feldwege.

Wir haben natürlich immer Lücken gesucht um irgendwie auf den Highway zu kommen, um wenigstens ein paar Kilometer angenehm fahren zu können bzw. abgeschleppt zu werden. Leider wurde dies immer wieder durch riesige Erdhaufen, die den Weg versperrten, unterbunden. Meistens bedeutete dies, umdrehen und zurückfahren.

Das schwierigste war das Abschleppen bergab. Da wir unseren Motor nicht laufen lassen konnten, funktionierten die Bremsen nicht wirklich und es stand nur die Handbremse zur Verfügung. Klar, dass bei einer Abschleppgeschwindigkeit von 20-60kmh ein Bremsweg von 2-3m Abschleppseil nicht ausreicht, besonders ohne nicht wirklich funktionierende Bremsen. Daher ist unser Auto nun vorne ein wenig zerbeult. Für eine größere Abfahrt trennten wir die Verbindung und rollten mehrere Kilometer geräuschlos ins Tal.

Durch das ungleichmäßige Ziehen durchs Gelände war unser Abschleppseil-Verschleiß nicht gerade gering. Wir verbrauchten alle vier verfügbaren Abschleppseile, welche immer wieder rissen und zusammengeknotet wurden: 35 mal.

Ein platter Reifen darf an so einem Tag natürlich nicht fehlen.

Irgendwann war dann natürlich noch die Autobatterie leer und wir wurden ohne Licht und Heizung in die dunkle, kalte Nacht hineingezogen.

Abgeschleppt werden unter einem der schönsten Nachthimmel, die ich bis jetzt gesehen habe. Leider ist mein Stativ gebrochen und ich hatte keine Zeit um ein anständiges Foto zu machen. Hatte immer nur 2-3 Min Zeit (wenn mal das Abschleppseil riss) und bei 25 Sekunden Belichtungszeit… ist das nicht viel. Aber immerhin kriegt ihr einen kleinen Eindruck :).

Endlich, nach Stunden des Abschleppens durch die Dunkelheit, konnte wir endlich die Lichter der Stadt erkennen. Doch der Eindruck kann täuschen, von dem Zeitpunkt des Fotos bis zum Erreichen der Stadt brauchten wir ca. 1,5-2 Stunden. Ohne anständige Straßen, mehrmals umdrehen und die Lücken im Gelände finden. Mit einem Land Cruiser querfeldein ist das sicher kein Problem aber unsere Rennmaschine ist eher für flaches Geländer ausgelegt.

Wir erreichten unsere Unterkunft gegen 22:30Uhr. Nach 16 Stunden im Auto, davon ca. die Hälfte am Abschleppseil. 1000 dank nochmal an Team Smashed Avocado und Team Mayo To Mongolia, ohne euch hätten wir das garantiert nicht geschafft! Noch geplante 4 Tage und 1263Km bis zur Ziellinie, hoffentlich kriegen wir unser Auto schnell wieder fahrtüchtig gemacht.

Mongolei Tag 2-3

Mongolei Tag 2-3

Gestern und heute ist nicht viel passiert, wir sind viel gefahren und haben die Landschaft genossen. Bis jetzt sind die Straßen in der Mongolei deutlich besser als erhofft (wenn vorhanden.)

Wir haben mittlerweile ein top Team gefunden mit dem wir durch die Mongolei cruises, „Team Mayo To Mongolia“ aus Irland.

Es werden viele Straßen gebaut bzw. erneuert und sind nicht befahrbar/gesperrt. Wir müssen daher immer einen der diversen Feldwege nebenan nehmen.

Wir versuchen natürlich immer, wenn die Bodenfreiheit es zulässt, irgendwie auf die Straße zu kommen. Meistens ist die Straße dann aber nach mehreren 100 Metern doch wieder gesperrt und wir müssen wenden und zurückfahren um von dem Damm wieder runter zu kommen.

Wilde Kamele, überall.

Die Speisekarten sind immer nur in mongolisch, falls man Glück hat, ab und zu auch mal in russisch. Mit dem passenden Dolmetscher kommt immerhin 75% der gewünschten Bestellung an.

Mongolei – Tag 1 – ACHTUNG TREIBER! AUFMERKSAMKEIT DER FAHER.

Mongolei – Tag 1 – ACHTUNG TREIBER! AUFMERKSAMKEIT DER FAHER.

Wir haben es geschafft, nach über 18.000km haben wir die Grenze zur Mongolei überquert. 

Die Landschaft ist unglaublich. Diese Weiten erinnern mich schon ein wenig an Neuseeland. Die „Straßen“ sind entweder supergut oder superschlecht…

Nach weniger als einer Stunde in der Mongolei konnte Seth nur noch an eines denken: “Nur fliegen ist schöner” und bretterte mit 100kmh über diese Bodenwelle und wir hoben ab gen Himmel.

“Nein Nein Nein – Ganz sicher, da waren keine Warnschilder”, kein Problem Seth, ich hab nochmal nachgezählt für dich mit Abdullah, drei Schilder hintereinander…

Naja auf jeden Fall sind wir schön abgehoben, haben fast die Kontrolle verloren. Natürlich haben wir sofort angehalten um zu prüfen ob alles Ordnung ist mit dem Auto. Nein leider nicht, das Öl lief aus und hörte nicht auf. Bei der Wucht so eines Aufschlags hilft auch kein Unterfahrschutz.

Keine zwei Minuten später tauchte auch schon Nurshuah mit seiner Frau auf, die den Knall vom Aufschlag mitbekommen hatten und im angrenzenden Dorf wohnen. Immerhin war dort ein Dorf und jemand der helfen konnte.

Wir schleppten das Auto zu seinem Haus und bekamen erstmal Tee und Kekse bevor wir mit der Analyse, Reparatur loslegten. Befund: die Ölwanne hatte ganz schön was abgekommen. Drei Risse. Seth hat natürlich ein mega schlechtes gewissen und sagt immer wieder das er seine Fahrerlaubnis für die Mongolei verloren hat… Die “Reparatur” dauerte fast den kompletten Tag und unser Auto verwandelte sich in einen Kinderspielplatz.

Die kleinen Racker haben natürlich Sticker gemopst :D.

Jeder half mit, sogar der Hund.

Der Wind war eisig, zum Glück wärmte die Sonne immerhin ein bisschen.

Unser Auto hat jetzt mindestens 10 Autogramme von Abdulla und seinen Geschwistern.

Einer von drei Brüchen:

Man hat richtig gemerkt das der arme Seth ein richtig schlechtes Gewissen hat. Wir dürfen uns jetzt keinen Aufschlag mehr erlauben und fahren seitdem gefühlt nur noch mit 30kmh durch die Mongolei.

Soweit halten die Flicken und es ist kein Öl ausgelaufen, hoffen wir mal das dies so bleibt :).

Russland

Russland

Nach dem Grenzübergang von Kasachstan nach Russland habe ich mich fast wie Zuhause gefühlt, die Landschaft sieht quasi genauso aus wie der Düsseldorfer Stadtrand und die Straßen in Russland sind bis jetzt besser als in Deutschland. Echt ein Traum seit Ländern mal wieder gemütlich fahren zu können. Wir haben ja Russland quasi nur angeschnitten um die in Mongolei zu fahren, für knapp über 1000km. Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hostel, nebenan eine Bar wo wir von mehreren netten einheimischen zugequatscht wurden sind, auf russischen natürlich, dass wir kein Wort verstehen ist dabei natürlich egal.

Am nächsten Morgen fanden wir wieder mit unserem verloren gegangenen Konvoi aus Usbekistan zusammen, mittlerweile  waren wir 5-7 Tage im voraus gewesen.

Ob wir jetzt durch Russland fahren oder durch Süddeutschland, die Landschaft sieht echt sehr ähnlich aus.

Überfall auf einen kleinen Laden kurz vor der Grenze auf der Jagd nach Essen. Wir fuhren bis 2:30 nachts, da wir am nächsten morgen den Grenzübergang in die Mongolei machen wollten bzw. mussten, da am Folgetag (Sonntag) die Grenze geschlossen ist.

Wir übernachteten im einzigen Hostel/Hotel, 800m von der Grenze entfernt und gönnten uns 4h Schlaf, oder auch weniger. Einige schliefen im Auto vor der Grenze, bei unter 0 Grad Außentemperatur muss das für mich nicht sein.

Im Hintergrund sieht man den Schnee gar nicht so weit entfernt, ich war immer noch in Shorts und Flipflops, da meine lange Jeans irgendwo auf dem Dach verstaut war. Ich mein, schließlich ist ja Sommer, hab dabei nur nicht bedacht, dass die Temperaturen im Sommer um die 0-10 Grad schwanken, je nachdem wo man sich aufhält natürlich.

Mongolei wir kommen!

Kyrgyzstan

Kyrgyzstan

Wundervolle Aussicht bei der Einreise nach Kyrgyzstan.

Wir übernachteten in einem günstigen Hotel in der Stadt Osh. Am nächsten morgen kam ein Mann zu unserem Zimmer und teilte uns mit, dass beide Reifen an unserem Auto platt sind. Alles klar danke für die Info, kein problem. (Wir haben ja schon mehrfach Reifen wechseln müssen). Später dann beim Auto half er ungefragt, warum nicht ne. Während Seth und ich das Auto auf der rechten Seite aufbockten, fing der Typ an auf der anderen das Auto aufzubocken. Es passierte was passieren musste, der Wagenheber von dem Typ gab nach, das Auto rutschte komplett weg und lag auf der Hinterachse am Straßenrand. Es war echt ein Akt nur einen Reifen hinten draufzukommen. Der Typ hat absolut keinen Plan gehabt und uns immer mehr aufgeregt. Nachher wollte er noch Geld von uns weil wir ihm angeblich darum gebeten hatten zu helfen und wir sollten ihm einen neuen Wagenheber kaufen den er selber beschädigt hat. Der ****** hat unser Auto eher beschädigt und anstatt 5min Reifenwechsel hatten wir fast 2h Stress. Er rief dann die Polizei und machte Fotos von unserem Auto aber wir haben irgendwann keinen Bock mehr gehabt und sind abgehauen.

Da es hier nur selten Schilder mit Tempolimits gibt waren wir in einer Ortschaft mit 58kmh anstatt der erlaubten 40kmh unterwegs. Seth wurde rausgezogen und die Beamten versuchten bei uns abzukassieren im Good cop bad cop style. Oh das wird teuer, nein da machen wir keine Ausnahme ich schreibe dir jetzt ein Ticket. Der andere Polizist: Oh nein, schnell zahle lieber 100 US Dollar sonst kriegst du ein Ticket. Seth blieb cool und stellte sich absolut dumm, sorry wir haben keine US Dollar, ich komme aus Kanada, nicht aus dem USA. Wir haben keine US Dollar :D. Naja am Ende wollten sie noch seinen Führerschein behalten, er gab natürlich nur seinen Internationalen ab, wäre nicht so schlimm gewesen. Er stellte sich so dumm an das die Beamten nachher keinen Bock mehr hatten und uns ziehen ließen.

Google Maps schlug die blaue Route vor, ich dachte mir warum nicht den kürzeren Weg nehmen (orange) und einen Abstecher beim zweitgrößten Salzsee der Welt machen. War keine gute Entscheidung. Wir hatten ca. 300km Schotterpiste über einen Gebirgspass. Um unsere Hotel rechtzeitig, vor Check-In-Schluss erreichen gaben wir richtig Gas und Seth bretterte mit 80-100kmh Ken Block-mäßig über die Berge. Das Video folgt nach der Rally.

Keine Tankstelle in der Nähe, zum Glück waren die Reservetanks gefüllt.

Irgendwann lotste Maps.Me uns über irgendwelche Feldwege, die „Wege“ wurden immer schlechter und am Ende fuhren wir einfach mitten in der Nacht bei Mondschein über die Felder.

Endlich, fast am Ziel, noch 300m und wir sind zurück auf der „Hauptstraße“ aber nein leider nein leider gar nicht gab es mitten in den Feldern einen für unser Auto unüberbrückbaren Bach und eine zerstörte Brücke. Wir waren super Müde, hatten keine Lust mehr, Tank auch fast leer und dann die 15km über die Felder zurück. YEAH.

Gegen halb 2 in der Nacht war der nächste Reifen platt und die Halterung für den Stoßdämpfer vorne rechts war aus der Karosserie gebrochen. Kein Dorf weit und breit. wir entschieden einfach stehen zu bleiben und für 3-4 Stunden im Auto zu schlafen um dann morgens weiterzuziehen.

Am nächsten morgen brachen wir gegen 6Uhr auf und fuhren mit phänomenalen 30kmh 180 Kilometer bis in den nächsten größeren Ort um eine passende Werkstatt zu finden.

Wir wurden hin und her geschickt, auf der suche nach einer Werkstatt die Schweißarbeiten macht. Wir rechneten schon damit hier mehrere Tage liegenzubleiben aber letzten Endes fanden wir doch noch eine Werkstatt – Jungs kein problem 60$ und wir fixen alles – kommt in einer Stunde wieder.

Kurz die Füße in den See gehalten und weiter gings Richtung Grenze nach Kasachstan.

Am nächsten Morgen gabs ein bisschen Probleme, aufgrund von fehlenden Schildern, Markierungen oder Platzanweisern an der Grenze fuhren wir ca. einen Kilometer an der Warteschlange vorbei – völlig unbeabsichtigt natürlich… Dann konnten wir nicht drehen und die einheimischen haben sich ziemlich aufgeregt und uns nicht einreihen lassen. Zurückfahren ging halt auch nicht und dann gabs echt stress…. Wir wurden immer wieder von dicken SUVs eingekeilt usw. Am Ende haben wir es doch noch geschafft da wir 3 Rallyautos waren. Diskussionen und Rangeleien mit den einheimischen gabs trotzdem. Im Iran hätten die uns auf eine goldenen Trage über die Grenze gebracht aber hier…. da merkt man schon die Gastfreundlichkeit zwischen manchen Kulturen/Ländern.

 

 

Turkmenistan

Turkmenistan

Turkmenistan hat jährlich nur ca. 8000 Touristen und die Visa Prozedur ist auch nicht so ganz die einfachste. Wir hatten ein Transit-Visa für 5 Tage. Bei Einreise wurde unserem Auto ein GPS Tracker verpasst und wir dürften die geplante Route nicht verlassen. 

Direkt hinter der Grenze erreichten wir die Hauptstadt Ashgabat. Die Botschafterin von Turkmenistan in London riet uns ab Fotos zu machen, da es verboten ist  öffentliche/regierungs- Gebäuden zu fotografieren. Klar ist für uns nicht ersichtlich gewesen was jetzt Regierung ist und was nicht daher hab ich einfach mal meine Kamera draufgehalten, meistens aus dem Auto heraus.

Ashgabat ist wie eine perfekt angelegte Stadt aus Anno oder Simcity. Alles aus Marmor, Gebäude weiß, Autos nur in Weiß oder Silber, helle Bürgersteige, die Ampeln aus Edelstahl, jeder Baum und jeder Strauch perfekt angelegt und geschnitten. In dem kompletten Land, was etwa die Größe von Spanien hat, leben nur 5 Millionen Menschen. Die Hauptstadt wirkt busy – teilweise aber auch verlassen. Die Gebäude scheinen leer zu sein. Es gibt eine Universität, allerdings haben keinen einzigen Studenten gesehen, generell sehr wenige Menschen. Da kommt schnell der Verdacht auf das die ganze Stadt einfach nur ein großer Fake ist. Mehr Schein als sein.

Nach einer Woche Hitze im Iran, gönnten wir uns die erste Nacht ein 5 Sterne Hotel mit Pool. Eine Woche kein Alkohol gehabt (Iran…) Der Pool war offiziell ab 21 Uhr geschlossen aber unsere private Poolparty ging noch bis 3Uhr morgens.

 

Nach zwei Nächten in Ashgabat machten wir uns auf den Weg zum Krater von Derweze (Oder auch: „Das Tor zur Hölle“). Während Bohrungen im Jahr 1971 fanden Geologen zufällig eine mit Erdgas gefüllte unterirdische Höhle. Der Boden unter der Bohrplattform brach zusammen, wodurch ein großes Loch mit einem Durchmesser von etwa 70 Metern entstand. Um die Freisetzung des giftigen Gases zu vermeiden, wurde beschlossen, es zu verbrennen. Entgegen der ursprünglichen Hoffnung der Geologen verlosch das Feuer nicht nach einigen Tagen, sondern ist weiterhin aktiv. Der Krater liegt ca. 5 Km von der Hauptstraße entfernt. Die erste Top Offroad-Gelegenehit für unser Auto.

Natürlich blieben wir mehrfach im Sand stecken, 4-5 mal. Unser Auto hat halt nicht ganz die passende Bodenfreiheit für diese Art von Gelände 😉 . Es waren mehrere einheimische Abzocker auf Motocrossbikes unterwegs die ziemlich genervt haben. Die LKWs, die reihenweise die Strecke passierten, hätten uns für umsonst oder 1-2€ rausgezogen aber die Motocrossbiker redeten immer wieder auf die Trucker ein dafür 20$ zu verlangen, echt zum kotzen. Wir haben natürlich dankend abgelehnt und dann halt immer die Strecke blockiert.

Irgendwann kam dann doch mal zufällig der ein oder andere Geländerwagen vorbei der uns unentgeltlich aus der Patsche half.

Nach Stunden im Sandkasten konnten wir den Schein des Kraters erkennen.

Wir campten direkt am Rand des Kraters. Zum Glück drehte der Wind nicht in der Nacht, auf der anderen Seite des Kraters war es ein bisschen wärmer, dort herrschten quasi Saunatemperaturen.

Auf dem Rückweg verpassten wir unserem Tank eine leichte Delle, soweit ist alles Dicht, allerdings bleibt die Tankanzeige immer bei 3/4 stehen. Haben aber schon einen Test gemacht, sind auf den letzten Tropfen auf einer Tankstelle ausgerollt und haben 404km geschafft mit einem „vollen“ Tank.

Bei den Straßen hat es uns locker schon 6-7 mal die Felgen zerdeppert. Ein passender Hammer zum zurechtbiegen ist hier Gold wert. Rekordhalter ist bis jetzt Markus mit drei Felgen auf einmal.